Fileserver mit Intel Atom und Mini-ITX Formfaktor – Teil 2
Nachdem nun gut eine Woche nach dem Zusammenbau meines neuen Fileservers vergangen ist, gibt es endlich eine brauchbare Arbeitsumgebung.
Zwei (quasi) Hardwareprobleme haben mich am Anfang zwei Tage gekostet. Der Arbeitsspeicher den ich noch hier hatte, war ganz offensichtlich defekt. Derzeit läuft der Rechner mit geliehenem Speicher, im Laufe der Woche baue ich noch ganz neuen ein. Der defekte Arbeitsspeicher hat bei der Installation zu einigen Irritationen und vor allem unregelmäßigen Abstürzen geführt. Bei diesen Installationsversuchen hat entweder der Debian oder Ubuntu-Installer auf meiner 2TB Festplatte eine so genannte GUID Partition Table (GPT) installiert. Diese Tabellen sollen die Limitierung der klassischen Partitionstabellen eliminieren, funktionieren aber nur mit EFI-kompatiblem BIOS. Ich habe einen ganzen Abend damit zugebracht erst einmal herauszubekommen, dass diese Tabelle dort existiert. Hinzu kam, dass man mit fdisk diese Tabelle nicht überschreiben kann: Der klassische MBR liegt am Anfang der Platte, die Daten für GPT am Ende. Im Endeffekt habe ich die komplette Platte noch einmal mit Zufallsdaten überschrieben (sollte ja eh verschlüsselt werden) und eine Partitionstabelle händisch in fdisk angelegt. Nun war das BIOS auch fähig meinen Bootloader zu finden.
Installiert habe ich derzeit auf dem Debian-System lediglich NFS und Samba für meine Datenablage und einen Music Player Daemon (MPD) um Musik über meinen Verstärker ausgeben zu können. Letzteres läuft mittlerweile sehr zufriedenstellend, auch remote. Auf meinem Motorola Milestone (Android-Gerät) nutze ich derzeit Droid MPD, welches zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Jetzt kann ich auch endlich vom Bett aus schon eine morgendliche Playlist anwerfen. Das einschalten des Verstärkers erfolgt über ein Funkschalt-Set RCS 1000 N Comfort von der Firma Brennenstuhl. Das funktioniert absolut problemlos und wird wohl in Zukunft auch noch auf weitere Endgeräte ausgeweitet werden.
Die gesamte Datenablage auf dem Server ist mit Linux Unified Key Setup (LUKS) verschlüsselt, inklusive dem laufenden Debian Lenny. Das hat den leidigen Nebeneffekt, für den Bootvorgang eine Tastatur anschließen zu müssen. Entweder müsste ich hier einmal mit einem USB-Key experimentieren oder es einfach so belassen. Ein regelmäßiger Reboot sollte immerhin nur bei Stromausfall oder Kernelupgrade stattfinden.
Über zusätzliche Anwendungszwecke habe ich mir noch nicht viele Gedanken gemacht. Auf jeden Fall werde ich ein udev-Skript für mein Handy einrichten, so dass beim anschließen automatisch die SD-Karte gesichert wird. So kann man mit minimalem Aufwand ein regelmäßiges Backup fahren. Backups der Daten an sich sollen im Laufe der nächsten Woche auf externe Platten erfolgen.

